Studio Ghibli + Level 5
Ni No Kuni: Der Fluch der Weißen Königin

Die Industrie schreit nach Innovation, doch Level 5 hat sich in Zusammenarbeit mit dem legendären Animationsstudio Ghibli dazu entschieden, „Ni No Kuni“ so klassisch wie möglich zu konzipieren.


„Xenoblade CHronicles“, „The Last Story“ und „Tower of Pandora“ haben gezeigt, wie innovative Rollenspiele aus Japan aussehen können. Doch ist damit das, was Millionen Spieler als klassisch japanisches Rollenspiel bezeichnen endgültig tot? Weit gefehlt, denn „Ni No Kuni: Der Fluch der Weißen Königin“ zeigt beeindruckend, dass klassisch nicht altbacken heißen muss.

Parallele Welten

Oliver ist ein ganz normaler Junge. Er ist neugierig, hat gute Freunde und interessiert sich für Autos. Mit seinem Kumpel Phillip versucht er, sich selbst einen fahrbaren Untersatz zu basteln, benötigt aber viel Zeit, um sich die notwendigen Einzelteile zusammen zu stibitzen. Bei einer ersten Testfahrt zeigt sich das Gefährt allerdings nicht besonders tauglich. Oliver landet in einem Fluss, wird aber von seiner Mutter vor dem Ertrinken gerettet. Dieser heldenhafte Einsatz kostet allerdings schon kurz darauf einen hohen Preis, denn Olivers Mutter stirbt an einem Herzinfarkt. Durch seine Tränen erweckt Oliver allerdings ein Kuscheltier mit dem komischen Namen Tröpfchen zum Leben, das sich dem Jungen als Großfürst der Feen vorstellt. Und Tröpfchen hat einen wertvollen Tipp parat: Im Land Ni No Kuni existiert zu jedem Menschen der Erde eine alternative Version. Folglich macht sich Oliver auf den Weg, um das Gegenstück zu seiner Mutter zu finden.

Emotionsfänger

In der anderen Welt angekommen gestaltet sich die Suche allerdings als schwierig. Ein Dschinn stiehlt den Bewohnern ihre Gefühle. Oliver entdeckt den Helden in sich und sammelt mit einem magischen Behälter fleißig die unterschiedlichsten Emotionen, um sie den Bewohnern zurück zu geben. Dafür müssen Spieler häufig zwischen beiden Welten hin- und herreisen, denn oft lässt sich gestohlener Mut nur beim Erdenpendant finden. Wie es sich für ein klassisch japanisches Rollenspiel gehört, lauert an jeder Ecke von Olivers Abenteuer ein Kampf auf den Jungen. Diesen trägt er allerdings nicht selbst aus, sondern lässt Mitstreiter im Pokémon-Prinzip aufeinander los. Mit drei zwischen den Kämpfen wechselbaren Monstern können verschiedene Kommandos ausgesucht werden, um anderen Biestern eins auf die Mütze zu geben. Zwischendurch warten zahllose Dörfer, Städte und Waffenschmiede darauf, von ihm und seinen drei Gefolgsleuten besucht zu werden. Hier kommt die Tradition von Entwickler Level 5 zum Tragen, denn vieles erinnert an die „Dragon Quest“-Versionen, die das Studio für die PlayStation 2 und den Nintendo DS verwendet haben. Abgerundet wird das Abenteuer durch gezeichnete Zwischensequenzen aus dem Hause Ghibli, dessen wiedererkennbare Charaktere auch im Spiel selbst verwendet wurden. „Ni No Kuni“ spielt sich klassisch, aber punktet genau deshalb. Ein fantastischer, fantasievoller Trip, der die neueste Technik mit nostalgischem Japano-Rollenspiel vereint. Einfach hervorragend!

„Ni No Kuni: Der Fluch der Weißen Königin“ erscheint am 01. Februar exklusiv für die PlayStation3.

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